Posaunenarbeit der Evang.-Luth. Kirche in Norddeutschland

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Posaunenchorbefragung - Erste Ergebnisse

[v.l.n.r.: W. Petersen, E.Erdmann, Dr. J. Koll, W.Gerts, K.Puls, J. Pfeifer; stehend: R, Gramm, G. Marstatt][v.l.n.r.: W. Petersen, E.Erdmann, Dr. J. Koll, W.Gerts, K.Puls, J. Pfeifer; stehend: R, Gramm, G. Marstatt]

Den Vertretern der Posaunenwerke der hannoverschen Landeskirche und der Nordkirche wurden am 24. 08.2012 in Uelzen von Frau Dr. Julia Koll erste Ergebnisse der Befragung von Posaunenchören vorgestellt (s.u.). Landesobmann Pastor Wolfgang Gerts, die LPWs Günter Marstatt und Reinhard Gramm (Hannover), Landesobmann Pastor i.R. Kurt Puls, stellvertr. Landesobmann Johannes Pfeifer, LPW Werner Petersen (Schleswig-Holstein – Hamburg) und Landesobmann Pastor i.R Eberhard Erdmann (M-V) freuten sich über einen unerwartet hohen Rücklauf ausgefüllter Fragebögen. So haben 556 von insgesamt 930 angeschriebenen Chören (59,7 %) geantwortet, in M-V 43 von 97 (44 %).

 


Zum Vergleich: In der Befragung von Gospelchören durch das Sozialwissenschaftliche Institut (2008) wurde bei 1605 angeschriebenen Chören ein Rücklauf von knapp 29% erzielt.

Die 24 Fragen basierten auf drei Grundfragen: Welche Menschen kommen in den Posaunenchören zusammen? Was erleben sie dort? Wie wirkt sich das Spielen im Posaunenchor für ihren Glauben und ihr Verhältnis zur Kirche aus?
So liegt in den drei Verbänden z. B. der Frauenanteil in den Chören bei 42 %. Beim Frauenanteil in der Chorleitung (gesamt 24%) rangieren M-V und S-H/HH mit 29 % vor Hannover mit 22 %. 50% aller Bläser/innen sind unter 48 Jahren.
Viele Gründe gibt es, im Posaunenchor mit zu blasen. Hohe Werte erhielten Aussagen wie „...aus Freude am Musizieren", „...weil ich die Leute hier mag" oder „...zum Lobe Gottes". Interessant die Antworten auf die Frage: Wie stark fühlen Sie sich mit der Kirche verbunden? Sehr stark = gesamt 26 %; höchster Einzelwert: M-V 39,1 %.
Uelzen. "Locker, gesellig, engagiert und herzlich": So empfinden die meisten Bläserinnen und Bläser in Norddeutschland die Atmosphäre in kirchlichen Posaunenchören. Dass es in dieser Bewertung zwischen Göttingen und Flensburg, Borkum und Usedom kaum Unterschiede gibt, hat Julia Koll so nicht erwartet. Im Mai hatte die promovierte Theologin 930 Posaunenchöre der Landeskirchen Hannover sowie Nordelbien, Mecklenburg und Pommern -- jetzt "Nordkirche" -- angeschrieben. Das Ziel des Forschungsprojekts in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen und den landeskirchlichen Posaunenwerken ist es, Aussagen zur Zusammensetzung der Chöre und zur Motivation der Blechbläser treffen zu können. Jetzt stellte die Wissenschaftlerin in Uelzen den Vertretern der Posaunenwerke erste Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Die oft geäußerte Vermutung,  dass die kirchliche Bläserarbeit Generationen verbinde, hat sich demnach bestätigt: Etwa 40 Prozent aller Bläser sind zwischen 40 und 60 Jahre alt.
Sie gehören damit zu einer Altersgruppe, die in kirchlichen Kreisen ansonsten eher unterrepräsentiert ist. Außerdem sind die Chöre laut Julia Koll "geschlechterdurchmischt": Gut vier von zehn Musikanten sind der Befragung zufolge Frauen. Für die meisten Bläserinnen und Bläser macht das Zusammenwirken der verschiedenen Generationen im Chor einen besonderen Reiz aus, ebenso die "Freude am gemeinsamen musizieren". Immerhin die Hälfte der Befragten hebt als charakteristisch hervor, "dass im Posaunenchor jeder mitmachen kann". "Da ist Musik drin -- und das ist einladend", resümiert die Wissenschaftlerin.
Während sich laut einer EKD-Statistik von 2002 37 Prozent der Evangelischen in den alten Bundesländern und 47 Prozent der Mitglieder im Osten der Kirche "sehr" oder "ziemlich" verbunden fühlen, liegt dieser Wert in Bläserkreisen bei 66 Prozent. "Fast jeder zweite Bläser bejaht die Frage, ob sich das Gefühl der Verbundenheit durch die Mitwirkung im Posaunenchor verstärkt hat", berichtet Julia Koll. Knapp 60 Prozent der angeschriebenen Chöre haben den Fragebogen beantwortet. Insgesamt liegen damit nun fast 6000 Datensätze zur weiteren wissenschaftlichen Auswertung vor, darunter die Antworten von rund 500 Chorleitern. Die wichtigsten Ergebnisse sollen möglichst noch in diesem Jahr in einer Broschüre veröffentlicht werden. Für Rückfragen steht Pastorin Dr. Julia Koll unter der Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! <mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!%3E">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>; zur Verfügung, ruft gegebenenfalls umgehend zurück.

Zu Veröffentlichung: Alle Posaunenchöre werden nach Fertigstellung der Studie ein Exemplar bekommen (angestrebt Nov./Dez. 2012). Weitere Adressaten: Kirchenleitungen, Pröpste, Kirchenkreismusikwarte / Kreiskantoren, EKD, EPiD. In naher Zukunft wird es Pressemitteilungen geben über erste Ergebnisse, u. a. in Kirchenzeitungen und auf den Internetseiten der Posaunenwerke (bis Okt. 2012).

Eberhard Erdmann